Deckenplatten und Styroporpaneele gelten als Sondermüll

Das Umweltbundesamt informiert: „Für das Flammschutzmittel Hexabrom-cyclododecan (HBCD) gilt seit Frühjahr 2016 in der EU ein weitgehendes Handels- und Verwendungsverbot. HBCD war lange das wirtschaftlich wichtigste Flammschutzmittel für Polystyrol-Dämmstoffe – entsprechend gibt es für Dämmstoffe aus expandiertem Polystyrol (EPS) noch Übergangsregeln. Das weltweite Aus war 2013 eingeleitet worden, als HBCD unter der internationalen Stockholm-Konvention als in der Umwelt schwer abbaubarer organischer Schadstoff (POP) identifiziert wurde. Das Verbot wird zurzeit von allen an der Konvention beteiligten Staaten stufenweise eingeführt.“ (Quelle: http://www.umweltbundesamt.de/publikationen/haufig-gestellte-fragen-antworten-zu)

Liebe Mieterinnen und Mieter, Deckenplatten und –paneele gelten als „bauliche Veränderung“ im Sinne des Mietvertrages und müssen auf Verlangen des Vermieters bei Rückgabe der Wohnung entfernt werden. Bis 31.12.2017 ist die absolut letzte Möglichkeit Dämmplatten legal zu entsorgen. Wir bitten alle unsere Mieter, dies rechtzeitig zu tun. Dies betrifft alle Mietverträge; auch die vor 1995 geschlossen worden sind. Bitte bedenken Sie, wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Renovierung Ihrer Wohnung? Morgen oder nächstes Jahr? Nutzen Sie gleich heute die Gelegenheit Ihr Heim neu zu gestalten!

Deckenplatten und -paneele sind vom Mieter individuell eingebrachte Merkmale einer Wohnung, die ein Nachmieter nicht übernehmen muss; genauso wie grelle Farben oder bunte Tapeten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir als Vermieter eine Wohnung in einem vertragsgemäßen Zustand zurücknehmen müssen. Deshalb werden wir heute und in Zukunft darauf bestehen müssen, Wohnungen ohne Deckenplatten bzw. ohne Paneele zurückzunehmen. Die ordnungsgemäße Entsorgung HBCD-haltiger Dämmstoffe obliegt stets dem Mieter (auch nach dem 31.12.2017).


Entwicklung des Handels- und Verwendungsverbotes

2013

Identifikation für die Umwelt schwer abbaubare Schadstoffe bei der internationalen Stockholm-Konvention

Frühjahr 2016

Erlass eines Handels- und Verwendungsverbots für HBCD-haltige Dämmstoffe

30.09.2016

Polysterol-Dämmstoffe, die HBCD enthalten werden als gefährlicher Abfall eingestuft

Oktober 2016

Das Verbot führte zu einem Annahmestopp auf den Schadstoffhöfen; HBCD-haltige Stoffe konnten nirgends entsorgt werden

November 2016

Proteste, u.a. durch den GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., führten zu Verhandlungen und Überlegung eine Übergangsfrist einzuführen

16.12.2016

Vorschlag Übergangsfrist zur Entsorgung von HBCD-haltige Wärmedämmstoffe bis 31.12.2017

21.12.2016

Einigung im Kabinett für Fristverlängerung

28.12.2016

Inkrafttreten der Änderung der Abfallverzeichnisordnung

31.12.2017

Ende der Übergangsfrist: HBCD-haltigen Wärmedämmstoffe werden als gefährlicher Abfall eingestuft und nicht mehr bei Entsorgungsunternehmen angenommen

Quelle: https://www.rheinhessen.ihk24.de/standortpolitik/Umwelt/Abfallwirtschaft/Daemmstoffe-mit-HBCD/3603476